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Autor: Josef Mathis

Eine edle Einstimmung in die Adventszeit

Weihnächtlich bezaubern liessen sich viele Mitglieder von Pro Audito Zug, als sie Ende November die Adventsfeier im Pfarreiheim Baar besuchen. Es war die schlicht dekorierte Tanne mit einer Sternenkette, die Tannenäste auf den Tischen, der Geschmack der Mandarinen, das Licht der Kerzen, die eine feierliche Stimmung verströmten. Mitglieder der Blockflötengruppe von Pro Senectute Zug unter der Leitung von Brigitte Würgler spielten zum Auftakt bekannte Weihnachtslieder, einige Anwesende summten dabei mit. Die besinnliche Weihnachtsgeschichte, vorgetragen von Dorli Baumgartner, brachte uns fast bis nach Nazareth. Die Flötenspielerinnen rundeten den besinnlichen Teil nochmals mit schönen Melodien ab. Auf Wunsch von Teilnehmenden stellten die Frauen ihr Holzblasinstrument vor; mit Sopranflöte, Altflöte, Tenorflöte und sogar mit einer Bassflöte wurde gespielt. Von Herzen wurde der sympathischen Frauengruppe applaudiert.

Der schmackhafte Zvieri durfte nicht fehlen. So genossen alle den schön hergerichteten Teller von Erich Dober mit Kartoffelsalat und heissem Schinken. Ein friedliches Zusammensein, gute Gespräche, einander trotz Hörbehinderung verstehen – oder gerade deswegen, ist doch bereits ein wenig Weihnachten. Das Zusammensein, einander Verstehen ist ein wichtiges Ziel von Pro Audito Zug.

Anna Lustenberger, Aktuarin

Pro Audito an der Zuger Messe 2023

Das erste Mal konnte sich pro Audito Zug am 28. Oktober am Stand Benevol präsentieren. Benevol ermöglicht es den Vereinen, sich an einem Tag während der Zuger Messe vorzustellen. Viele gute Begegnungen mit den Besucherinnen und Besuchern fanden statt. Über 250 Jasskarten-Sets mit der Aufschrift «Pro Audito Zug» wurden verteilt. Grosser Anklang fand der Wettbewerb von Benevol. So kamen wir in gute Gespräche mit vielen Menschen. Am Stand dabei waren: Frieda Waldispühl Zindel, Anna Lustenberger, Georges Bonetti und Philipp Rogenmoser.

Tinnitus!? Was tun?

Gegen 50 Personen folgten der Einladung zum Herbstanlass des Vereins Pro Audito Zug nach Baar.  Silvio Zgraggen, Psychologe und Psychotherapeut erläuterte verschiedene Aspekte zu dieser Beeinträchtigung im Gehör, an der ca. 10 Prozent der Bevölkerung leiden. Ein Tinnitus zeigt sich bei jeder Person anders: Die Menschen leiden unter einem Geräusch, Brummen, Pfeifen, und dies unterschiedlich. Die Anwesenden interessierte es, wie ein Tinnitus, der plötzlich kommen kann, überhaupt entsteht. Der Referent erklärte, dass bei beinahe allen Betroffenen bereits vor dem Auftreten dieses Leidens eine Schwäche im Gehör vorhanden war. Oder die Person in vielen Fällen ein Knalltrauma oder einen Hörsturz erlitten hatten.

Ein Tinnitus kann die Lebensqualität beeinträchtigen. Jede betroffene Person erlebt ihn anders. So fühlen sich die einen in ihrer Arbeit gestört, leiden unter Schlafstörungen, Ängste oder Depressionen, sind hörempfindlich, oder fühlen sich gestresst. Die meisten Menschen wären froh, wenn diese Störung beseitigt werden könnte. Dazu aber wird immer noch geforscht, eine erfolgsversprechende Therapie dazu gibt es noch nicht. Silvio Zgraggen zeigte jedoch verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten auf. Es braucht sicher eine ohrenärztliche Abklärung. Manchmal kann ein Medikament helfen, ein spezielles Tinnitus-Hörgerät, ein Noise-Cancelling-Kopfhörer, der mit angenehmeren Tönen den Tinnitus überdeckt, usw. Methoden der Alternativ-Behandlungen können bei den einen Personen Erleichterung geben. Wird der Tinnitus als sehr belastend empfunden, ist eine Psychotherapie hilfreich. Der Referent empfiehlt auch, sich mit dem Thema Tinnitus   auseinander zu setzen. Nur schon das Wissen, dass ein Tinnitus keine Folgen für das Ohr hat, dass es nicht speziell geschont werden muss, kann in vielen Fällen erleichternd wirken.

Sich mit dem Tinnitus «anfreunden» oder gute Beziehung zu den Ohren schaffen kann helfen, diese Beeinträchtigung besser zu akzeptieren. Das ist nicht einfach, wünscht man aber allen betroffenen Menschen. Aber die Möglichkeit, Hilfe zu bekommen sind da.
Anna Lustenberger, Aktuarin

Vereinsausflug nach Dürnten

Ausflug in nostalgische Zeiten
Wer träumt nicht manchmal von romantischen Erlebnissen? Das wurde für 35 Mitglieder der Schwerhörigen-Vereins Pro Audito Zug anfangs Juni wahr. Der Besuch im Klangmaschinen-Museum Dürnten liess uns in eine Zeitepoche des alten Grammophons, der Jahrmarktorgel, der Drehorgel, der Spieldosen eintauchen. Wieder mal auf einem nostalgischen Karussell zu fahren, sei dies auf einem Holzpferd oder Kutsche, war für alle ein besonderes Erlebnis.
Die drei Männer, welche uns fachmännisch führten, brachten viele mechanischen Instrumente zum Klingen. Wir hörten Indoor-Orgeln von grossen Tanzsälen und Outdoor-Orgeln von Jahrmärkten. Wir bewunderten die grossen Musikdosen, Musikschränke, Puppenautomaten mit bewegenden Figuren und selbst-spielende Klaviere. Überhaupt waren wir von der Technik fasziniert. Musikschränke, Grammophons fand man früher nur in Häusern von wohlhabenden Familien. Gut konnte die Technik auch hier Fortschritte erzielen, dass diese klingenden Musikautomaten für mehr Leute erschwinglich wurden. Wir waren fasziniert von den umfangreichen Lochkarten und Musikrollen, welche für das Betreiben verschiedener Musikkästen geschaffen wurden. Das Eintauchen in das kulturelle und gesellschaftliche Leben des früheren 20. Jahrhundert liess bei vielen Erinnerungen aufkommen. Auch heute noch werden klingende Instrumente für Jahrmärkte und andere Anlässe produziert. Das konnten wir an einer Roboterband mit drei auf einer Bühne musizierenden Roboter-Musiker erleben. Das Mittagessen in einem stilvoll eingerichteten Saal mit einer grossen alten Tanzsaal-Orgel einzunehmen, machte das Klangerlebnis perfekt.
Bereichert kamen wir nach dem anschliessenden Besuch des Rosengartens in Rapperswil und der Schifffahrt nach Wädenswil im Zugerland an. «Alles, was man tun muss, ist die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt zu treffen» (Johann Sebastian Bach). Ein Zitat aus dem Klangmuseum – wie passend für diesen Ausflug!
Anna Lustenberger, Aktuarin

Orgelbesichtigung in der Citykirche Zug

Nach dem kurzen Kafi-Träff im Alterszentrum Neustadt begaben sich neun Interessierte in die Citykirche. Georges Bonetti erklärte in einem kurzen Abriss, wie die 1906 erbaute reformierte Kirche in diversen Renovationen „abgeändert“ wurde. Mit der dritten Renovation 2004/05 wurde ein harmonischer Gesamteindruck erreicht. Auch die Ornamentbänder und die Farbigkeit wurden anhand von originalen Spuren erneuert.

Nicht zuletzt dank der früheren guten Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Sakristan Georges Bonetti war der nun eingetroffene Organist Hans-Jürgen Studer gerne bereit, das ihm am Herzen liegende wunderschöne Instrument näher zu zeigen. Seit 1989 spielt er an der 1995 erbauten Goll-Orgel. Diese nahm beim Bau architektonische Formen des Kirchenraumes auf. Mit den dreidimensionalen Türmen, den flachen Zwischenfeldern, den verschiedenen Wölbungen und den schlichten Abschlüssen aus Ahornholz entstand ein elegantes Orgel-Gehäuse.
Dank den vielen Registern und Manualen hörten die Teilnehmenden unzählige Klänge und Töne heraus. Gesänge und Rhythmen aller Stilarten, sei es klassisch, jazzig, modern oder volkstümlich, können so begleitet werden. Erstaunlich auch die vielen kleinen Details, die für spezielle Klänge gebraucht werden. So z.B. die sich drehende filigrane Kugel auf dem Mitteltürmchen, die sich beim Auslösen feiner Klangstäbe im Innern der Orgel bewegt. Mit einem herzlichen Dankeschön in Form feinster Truffes wurden die leicht verständlichen Ausführungen von Hans-Jürgen Studer verdankt.
Josef Mathis, Hagendorn

98. Generalversammlung Pro Audito Zug

56 Vereinsmitglieder konnte Präsidentin Frieda Waldispühl Zindel im Restaurant five moods in Zug begrüssen. Die meisten Mitglieder des Vereins gehören zur Generation im Pensionsalter. Daher stellte die Präsidentin ihre Rede unter das Motto: Bewährtes behalten und Neues wagen. Damit hat sich der Verein den Herausforderungen der Zeit gestellt und möchte dies weiter tun. Es gilt, auch junge und berufstätige Menschen zu gewinnen. Denn Schwerhörigkeit hat nicht nur mit dem Alter zu tun. So übernahm Pro Audito Zug den neuen Markenauftritt von Pro Audito Schweiz. Mit der neuen Zusammenarbeit mit Pro Senectute können Synergien genutzt werden. In einen Crashkurs „Lippenlesen“ erleben Interessierte, was in den Kursen gemacht wird.
Im Herbst fand ein Anlass mit dem Titel «Schwerhörig – ich doch nicht» statt. Pro Audito Zug wurde ebenfalls für drei Referate im Rahmen der Veranstaltung «Gesund Altern in Zug» angefragt. Am Tag des Hörens am 4.März stellten verschiedene Fachpersonen in einer marktähnlichen Atmosphäre ihr Fachwissen und wichtige Hilfsmittel vor. Damit ist es bereits gelungen, neue Mitglieder, auch jüngere, zu finden. Trotzdem ist es dem Verein wichtig, Bewährtes und Liebgewonnenes weiter zu pflegen. Haben auch guthörende Leute Platz im Verein? Diese Frage stand im Raum. Der Verein begrüsst dies, sind es oft Partner und Partnerinnen von Vereinsmitgliedern mit Hörproblemen oder Leute, die aktiv im Verein mitmachen wollen. Zudem ist die zentrale Frage immer: «Was heisst guthörend?».

Austauschen, Geselligkeit pflegen und Infos erhalten
Auch in diesem Vereinsjahr wird allmonatlich ein Kaffeeträff organisiert. Andere gesellige Anlässe werden weiterhin ihren Platz haben. Zusammen austauschen, Tipps bekommen hilft sehr. Unter Gleichgesinnten sein kann das Gefühl von «gut aufgehoben sein» vermitteln. An der Zuger Messe kann sich der Verein beim Stand Benevol an einem Tag vorstellen. So können wieder weitere Interessierte angesprochen werden. Einen grossen Anlass wird es im Jahr 2025 geben, dann wird der Verein Pro Audito Zug 100 Jahre alt.
Es gefällt den Mitgliedern in diesem Verein. Das zeigten die Ehrungen von Personen, die bereits 25 oder sogar 35 Jahre dabei sind: Erdmuthe Gygax, Bruno Rogenmoser, Phillip Rogenmoser, Maria Ambauen, Hans Rogenmoser. Der Verein freut sich natürlich über diese Treue.
Geselligkeit, zusammen geniessen ist ein wichtiger Aspekt. So erlebten die Mitglieder anschliessend mit dem Duo Perle d’oreille (Christine Kessler, Pascal Bruggisser) eine musikalische Feinkost aus verschiedenen Kulturen. Ein feines Mittagessen rundete eine gelungene Generalversammlung ab.
Anna Lustenberger, Aktuarin

Tag des Hörens

Gespannt kam ich frühmorgens in den Archesaal im Reformierten Kirchenzentrum in Zug. Bekannte Gesichter waren unter den Ausstellenden anzutreffen: Monica De Carli und Timo Larentis von der Hörhilfe Zug / Alexandra Meier, Neurohörtherapie, Mettmenstetten / Oliver Fürthaler und Leon Vincent Fonai von Gleichcom AG, Hünenberg / Dr. med. Sandra Cavero, Ohrenärztin, Zug. Mit dabei waren Nico Tomasini, Hördesign Zug / Carlo Picenoni und Sibylle Zgraggen von BFSUG Beratungsstelle für Schwerhörige und Gehörlose Region Zentralschweiz.
Dekorativ wirkten die an Ständen und Tischen platzierten Gegenstände, Flyer, Infomaterial und auch kleine Mitnehmerli. Interesse und Erstaunen weckten die aufgestellten Hörelemente von Alexandra Meier im ganzen Raum. Teils überdimensioniert wurde damit das Funktionieren des Hörorgans gezeigt. Neugierig und ohne grosse Berührungsängste liessen sich kleine und grosse Gäste die Hörelemente zeigen und spielten damit.

Eine Fülle von Hörhilfsmitteln waren am Stand der Gleichcom zu sehen. Von Telefongeräten, Türglocken, Alarmanlagen, Induktionshilfen für Radio, TV usw. – erstaunlich, wie breit die Palette von Hilfmitteln für Hörgeschädigte ist.
Die verschiedenen Fachpersonen und Vorstandsmitglieder von Pro Audito Zug haben die interessierten Gäste kompetent und mit viel Herzblut beraten. Die Lösungen für eine Verbesserung des Hör- und Verständigungsvermögens sind vielfältig und müssen individuell angeschaut werden. In einer grösseren Gruppe oder Veranstaltung mit vielen Leuten ist das Verstehen nach wie vor nicht so einfach, weil die Hörhilfen eben auch den Umgebungslärm verstärken.

„Danke für diesen super Anlass. Genau so etwas habe ich gesucht. Ich habe alle Informationen erhalten, welche ich gesucht habe und bin so froh, dass ich doch gekommen bin“ meinte ein Gast stellvertretend für viele Rückmeldungen.
Nach den vielen Eindrücken wurde die von Erich und Silvia Dober vorbereitete feine Kürbissuppe mit Wienerli gerne und in angeregtem Austausch genossen. Neben der Information und Beratung von Interessierten, war auch der Austausch und die Vernetzung unter den Ausstellenden ein wertvoller Aspekt des Anlasses. Mit knapp 30 Gästen war der Anlass zwar klein und fein.
Josef Mathis, Hagendorn

Gemütlicher Lottonachmittag

Draussen zeigte das Thermometer etwa null Grad an. Der helle Sonnenschein begleitete mit etwas Wärme die Mitglieder und Freunde von Pro Audito Zug ins Pfarreiheim in Baar. Georges Bonetti amtete mit klarer Stimme als „Ausrufer“. Ab und zu pries er die zu gewinnenden Gutscheine und Überlebensrationen an. Ein Raunen gab es jeweils bei jedem „Lotto“-Ruf, Freude herrschte bei einer gelungenen vollen Zahlenreihe oder vollen Karte. Beim Lotto war natürlich besonders für Schwerhörige volle Konzentration wichtig. Umsomehr konnte man dann entspannt die knusprigen Fasnachtschüechli und den Kaffee geniessen. Erwähnt seien die vielen Helferinnen, die einfach da waren, sei es vor dem Lotto beim Vorbereiten oder nachher beim Abwaschen und Aufräumen.
Josef Mathis

Besinnliche Advents-Lieder und eine humorvolle Weihnachtsgeschichte

Eine ansehnliche Zahl Vereinsmitglieder genossen zu Beginn der Adventszeit eine gemeinsame würdige Feier im katholischen Pfarreiheim Baar. Die Kerzen auf den mit Tannenästen geschmückten Tischen brannten bereits, als die ersten Besucherinnen und Besucher in den Saal kamen. Man freute sich, einander zu sehen und miteinander zu sprechen. Bald stimmte Toni Deuber, ein Musiklehrer, die ersten weihnächtlichen Melodien am Klavier an. Gut teilte Georges Bonnetti dazu Liederblätter aus. So wagten sich doch einige ans Mitsingen, andere ans Mitsummen, wieder andere hörten genussvoll zu.

Die Geschichte, vorgetragen von Dorly Baumgartner, brachte viele zum Schmunzeln: sehr bald verspürte man eine Sympathie zur kurligen, etwas speziellen Frau Huber, die auf ihre Weise Weihnachten ins Altersheim brachte. Ein grosses Bravo gilt der Erzählerin. Sie sprach deutlich und in einem angenehmen Tempo. Man merkte, als Selbstbetroffene wusste Dorly Baumgartner worauf es beim Erzählen für hörbeinträchtige Menschen ankommt.

Irene Bruhin und Georges Bonnetti hatten mit dem belegten Brötli fürs Zvieri eine gute Wahl getroffen. Sie wurden gerne genommen. Dazu fehlte natürlich auch der Kaffee oder zwischendurch ein Schöggeli nicht.
Solche Anlässe sind für uns Menschen mit Hörbehinderung sehr wertvoll. Alle wissen um die Beeinträchtigungen mit dem Hören der anwesenden Mitglieder und wir verstehen einander!

Anna Lustenberger, Aktuarin

Der Unterschied zwischen «lose» und «höre»

Referat mit Alexandra Meier, Neurotherapie und Horchtraining
Eine schöne Zahl von Interessierten wollte über das Thema Schwerhörigkeit und deren Therapieformen mehr erfahren. Die Referentin zeigte eindrücklich auf, was beim Hören aus neurologischer Sicht im Gehirn passiert. Aber auch, was dabei schief gehen kann. Vielen Menschen gelingt es zwar hinzuhören, aber sie verstehen nicht, weil z.B. der Ton nicht richtig im Gehirn andocken kann. Die Konsequenz daraus ist, dass diese Menschen (auch Kinder) sich nicht mehr konzentrieren können, oft unter Stress geraten und schnell ermüden. Vor allem ältere Leute ziehen sich dann mehr und mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Damit konnte die Referentin sehr gut erklären, was horchen bedeutet – nämlich aktiv hören und verstehen. Im Gegensatz dazu kann hören heissen, dass wir zwar Töne hören, aber nicht verstehen oder sie nicht verarbeiten.

Verbesserungen sind mit einer guten Therapie möglich
Für viele Teilnehmende war es ein Aha-Erlebnis, dass ein Hörtraining nicht nur über «hören üben» passiert. Es ist vor allem das Gehirn, das aktiviert und beschäftigt werden muss. Frau Meier ermunterte uns, auch bei eintretender Schwerhörigkeit weiterhin ein Instrument zu spielen, gar noch eines zu erlernen oder in einer Gruppe zu singen. Mit diesen Tätigkeiten wird genau jener Hirnteil angeregt, der für das aktive Hören zuständig ist. Sehr spannend war die Schilderung ihrer ganzheitlichen Therapieform. Die Neuro-Hörtherapie geschieht über mehrere Tage mit Hören von Musik und der eigenen Stimme, die zur Musik hinzugefügt wird. Dabei wird die auditive Wahrnehmung trainiert, welche oft bei Erwachsenen und Kindern beeinträchtigt ist. Über diese Art Neuro-Therapie (auf den Grundlagen der Tomatis-Methode) wird immer noch viel geforscht. Aber immer wieder wird festgestellt, dass diese ganzheitliche Therapieform wirksam und nachhaltig ist. Nicht nur offensichtliche Schwerhörigkeit, sondern auch Tinnitus, Konzentrationsschwierigkeiten, depressive Zustände usw. können dadurch positiv beeinflusst werden.

Viele Fragen wurden an die Referentin gestellt, die sie aus ihrer grossen Erfahrung heraus beantwortete. Pro Audito Zug war erfreut über die rege Teilnahme und das grosse Interesse. Ein Ziel des Vereins ist es weiterhin, nicht nur das gesellschaftliche Zusammensein zu fördern, sondern Wissenswertes über das Ohr, über Hören und Horchen zu vermitteln. Ebenfalls möchte er Menschen mit Beeinträchtigungen als Ansprechpartner Hilfe leisten.

Anna Lustenberger

Eindrückliche Neustadt-Führung

Eine grosse Anzahl Mitglieder versammelten sich im Café des Alterszentrums Neustadt Zug. Sie wollten von unserem Kassier Georges Bonetti wissen, wie das Quartier Neustadt entstanden ist und sich entwickelt hat. Die meisten waren bereits erstaunt, dass das Alterszentrum auf einem Platz steht, wo einst die erste Eisenbahn durchfuhr. Diese kam von Cham und Steinhausen her und endete beim 1864 erbauten Bahnhof am Ende der Alpenstrasse. Heute gilt es unbedingt einen Blick auf den Bahnhof Wollishofen zu werfen, denn dort wurde dieses erste Zuger Bahnhofgebäude wieder aufgebaut.

Kirschwasser-Gesellschaft, eine reformierte Mädchenschule und viele bekannte Gebäude
Die IG Chriesi kennen die meisten Menschen in unserem Kanton. Vorgänger war die Kirschwasser-Gesellschaft, welche ihren Sitz am gleichen Ort hatte, wo jetzt das Reformierte Kirchenzentrum steht. Ein kleines Denkmal in einer Mauer an der Chamerstrasse erinnert an diese Zeit. Nach dem Verkauf an die Reformierte Kirchgemeinde besuchten reformierte Mädchen darin die Sekundarschule. Eine eigene Sekundarschule: daraus lässt sich erahnen, welche Trennung unter den beiden Landeskirschen im streng katholischen Zug damals herrschte.
Vieles war in der Zeit nach 1900 entstanden, was auch heute noch sehenswert ist. Erwähnenswert ist sicher die Villa Staub, in welcher die ersten Elektro-Apparate fabriziert wurden und eine Villa am Bundesplatz. Oskar Weber, der Gründer des gleichnamigen Warenhauses, war der Bewohner. Im Haus zur Spindel an der Alpenstrasse wurden die ersten Kirschtorten hergestellt und Oskar Weber durfte diese probieren und auf ihre Qualität hin prüfen.

Die reformierte Kirche, der Hahn und der Bahnhof Zug
Als Sigrist der City-Kirche konnte uns Georges Bonetti einen grossen Einblick in die Geschichte der Reformierten in Zug geben. Diese Leute mussten für ihre Kirche kämpfen und konnten sich auf die Gründung des Bundesstaates 1848 berufen. Dort war das Recht auf freie Religionsausübung festgelegt. Die Kirche durfte aber nicht im «alten Zug» stehen, sondern der Kanton fand das Neustadt-Quartier dafür geeignet. Immerhin bekamen vorher die reformierten Bewohner und Bewohnerinnen die Möglichkeit, ihre Gottesdienste im kantonalen Regierungsgebäude abzuhalten. Dass sich der ehemalige Sigrist meteorologisches Wissen aneignen konnte, bewies er mit Erklärungen zum Hahn auf dem Kirchenturm. Je nach Stellung zeigt dieser an, wie das Wetter in nächster Zeit werden wird.
Die beiden Gebäude, Bahnhof und Kirche, haben einen grossen Zusammenhang. Das wird die Bevölkerung am 3. September beim Bahnhoffest im Rahmen des ZugFäscht 2022 erleben können. Denn unmittelbar neben der reformierten Kirche stand der alte Bahnhof. Am 3. September wird dieser neben der reformierten Kirche auf besondere Art und Weise aufgebaut. So kann ein wichtiger Zeitzeuge erlebt werden. Wir von Pro Audito sind dank diesen interessanten Ausführungen über die Geschichte bestens vorbereitet.

Bericht Anna Lustenberger / Fotos Josef Mathis

Vereinsausflug an die Giessbachfälle

Die Vereinsreise von Pro Audito Zug zu Franz Webers faszinierendem Hotel Giessbach
«Man bittet um festliche Kleidung, wenn möglich im Stil der Jahrhundertwende.» So stand es im Programm des Giessbach-Einweihungsfestes im schlossähnlichen Hotel über dem Brienzersee. Ein Zeitungsausschnitt zu diesem Fest, in einem Bilderrahmen geschützt, liess uns von Pro Audito Zug erahnen, welch grandiose Einweihung dies im Sommer 1984 gewesen sein musste. Was der Umweltschützer Franz Weber mit seiner Familie im wahrsten Sinn und Worte gerettet hatte, liess uns in eine andere Welt eintauchen. Die Leuchter an der Decke, die antiken Möbel, die barocken Vorhänge, alles schön platziert, jedes Detail äusserst durchdacht. Auch wenn wir nicht in «festlicher Kleidung» waren, löste dieses historische Gebäude immer wieder Erstaunen aus.

Vom Entlebuch ins Berner Oberland
Zuerst aber erlebten über 35 Mitglieder eine angenehme Reise mit dem Chauffeur Paul. Obwohl das Entlebuch den meisten vertraut ist, genossen wir die Fahrt bei schönem Wetter durch malerische Landschaften, an blumengeschmückten Häusern vorbei auf den Schallenberg. Gestärkt im Restaurant Gabelspitz setzten wir die Reise fort. Und ja, jetzt eröffnete sich bei der Hinunterfahrt eine andere Region – das Berner Oberland. Bei vielen liess dies eine Ferienstimmung aufkommen. Erinnerungen wurden ausgetauscht. Da störte auch der kurze Regenguss nicht, als wir dem Thuner- und Brienzersee entlang Richtung Giessbachfälle fuhren. Die schmale Strasse hinauf zum Parkplatz Giessbach war für den Chauffeur eine grosse Herausforderung und bot den Passagieren ziemlich Nervenkitzel vor jeder Kurve insofern, weil das Kreuzen fast nicht möglich war.

Giessbachfälle und Hotel – der Höhepunkt unserer Reise
Nicht nur das Hotel mit dem schönen Naturpark war ein Erlebnis, sondern auch die imposanten Giessbachfälle selber Unsere Gruppe bekam auf der Terrasse des Hotels für das Mittagessen einen Logenplatz – die Giessbachfälle direkt vor uns. Das Tosen des Wassers störte auch uns hörbeinträchtigte Menschen in keiner Art und Weise. Wir waren froh, dass wir noch genügend Zeit hatten, die Giessbachfälle aus nächster Nähe zu besichtigen, im Park zu spazieren mit Blick auf den blauen Brienzersee. Die historische Standseilbahn, die älteste in Europa, passt natürlich bestens zu dieser besonderen Oase im Berner Oberland.
Wie klein unser Land ist, erfuhren wir bei der Rückfahrt ins Zugerland. Kaum über dem Brünig, fühlten sich doch viele bereits wieder zuhause. Wir kehrten zurück von einer anderen Region, von einer anderen Welt. Dieser Tag wurde als Abschluss bestens von Frieda Waldispühl Zindel, Präsidentin, zusammengefasst: «Wenn Engel reisen, lacht der Himmel! Am Vereinsausflug dürfen wir zusammen einen schönen Tag verbringen, werden durch den Chauffeur gemütlich und sicher an einen schönen Ort gefahren, geniessen ein feines Essen und das Wichtigste: wir plaudern und lachen miteinander und gehen beglückt nach Hause.»
Anna Lustenberger, Aktuarin

Generalversammlung

Viele Frauen und Männer kennen sich. Man spürte diese Vertrautheit sofort beim Eintreten ins Restaurant five moods. Es war eine herzliche Begrüssung der Präsidentin Frieda Waldispühl Zindel, ihre erste GV live, seit sie im letzten Jahr schriftlich zur Präsidentin gewählt worden war. Wie flexibel sie ist, wurde gleich zu Beginn unter Beweis gestellt. Ein kleines Kabel fehlte, somit konnte der Beamer nicht in Betrieb genommen werden. Die Präsidentin führte trotzdem auch ohne Bildschirmpräsentation souverän durch die Versammlung.

Trotz der schwierigen Situation mit Corona konnten im letzten Jahr einige Anlässe durchgeführt werden. Es sind wichtige Anlässe, wird in diesem Verein doch eine grosse Kameradschaft gepflegt. Man versteht einander mit der Beeinträchtigung im Hören, nimmt entsprechend Rücksicht, alle sitzen im gleichen Boot. Erwähnenswert sind sicher die Lippenlesekurse und Hörtrainings, die teils schon während vielen Jahren von Mitgliedern besucht werden. Die Schulung der Achtsamkeit in der täglichen Kommunikation, das Training des Restgehörs, der Gedankenaustausch sind wichtige Merkmale dieser Kurse. Es ist daher sehr verständlich, dass das Maskentragen für viele hörbehinderte Menschen zusätzliche Schwierigkeiten mit sich bringt.

Neue Vorstandsmitglieder
Die Herausforderung, neue Vorstandsmitglieder zu finden, haben die zwei bisherigen Männer und die Präsidentin geschafft. Drei neue Frauen konnten der Versammlung vorgeschlagen werden. Irene Bruhin (Cham), Anna Lustenberger (Baar) und Irene Meier (Unterägeri) wurden mit Applaus gewählt. Die Versammlung bestätigte die Wiederwahl von Georges Bonetti, Josef Mathis und Präsidentin Frieda Waldispühl Zindel.  An einer kommenden Arbeitssitzung werden die Aufgaben aller Vorstandsmitglieder definiert. Leider musste die langjährige Revisorin Stephanie Plüss verabschiedet werden. Ihr wurde mit Blumen und einem warmen Applaus aller gedankt.

Ehrungen für langjährige Vereinstreue / Ehrenmitgliedschaft
Der Verein wird geschätzt. Das zeigten auch die vielen Ehrungen von langjährigen Mitgliedern. Dem anwesenden Ehrenmitglied Rosemarie Langenegger wurde für ihre 40 Jahre Vereinstreue mit einem Blumenstrauss gedankt. Auch das Ehepaar Karl und Margrith Herger (Menzingen) sowie Elisabeth Schnider (Zug) durften für ihre 30-jährige Treue Blumen entgegennehmen. Die zwei ehemaligen Vorstandsmitglieder Doris Knecht-Tüscher (Baar) und Erdmuthe Gygax (Zug) erhielten mit einer Urkunde die Ehrenmitgliedschaft von Pro Audito Zug. Der Verein hat Grosses vor. Im Jahr 2025 wird Pro Audito zug hundert Jahre alt. Dieser Geburtstag soll gebührend gefeiert werden, versprach die Präsidentin schon jetzt.

Das Clownduo Lola und Peppina verzauberte die anwesenden Mitglieder mit ihrer poetischen und humorvollen Darbietung im zweiten Teil der Generalversammlung. Was «zwei Malerinnen» mit Kübel, Taschen und Pinsel alles machen können, ausser Wände bemalen, wurde uns Hörbehinderten fast ausschliesslich in nonverbaler Sprache mit vielen Kunststücken grandios vorgeführt. Es war ein Augenschmaus, die Ohren konnten diesmal ruhen, was sehr geschätzt wurde. Kameradschaft wird grossgeschrieben. Dies konnte im anschliessenden gemeinsamen Mittagessen nochmals gelebt und vertieft werden.
Anna Lustenberger, Aktuarin

Stimmungsvolle Adventsfeier

Am Mittwoch vor dem ersten Adventssonntag fanden sich gegen 40 Mitglieder im Pfarreiheim St.Martin in Baar ein. Nach der im letzten Jahr coronabedingt abgesagten Feier freuten sich die Mitglieder auf das Wiedersehen und den Erlebnisaustausch. In Vertretung der verhinderten Präsidentin begrüsste Georges Bonetti die Anwesenden, darunter einige neue Mitglieder.

Musikalischer Schwerpunkt war natürlich der Auftritt des Duos PanTastico. Dieser Name war eigentlich schon Programm. Karin Inauen-Schaerer mit der Panflöte brachte die Töne virtuos zum Klingen und bewegte sich intensiv im Takt der jeweiligen Melodien. Gleich zu Beginn ertönte „Einsamer Hirte“, ein Stück, mit dem der rumänische Panflötenmeister Georghe Zamfir bekannt wurde. Mathias Inauen am Flügel sorgte nicht nur für die einfühlsame Begleitung, sondern schlug auch selber den Hauptpart an. Zudem begleitete er diverse Stücke mit dem Gesang seiner warmen Stimme.

Dank der vereinseigenen flexiblen Hörhilfe Comfort Audio hatten die schwerer hörgeschädigten Personen einen viel besseren Hörgenuss. Über die abgegebene Hörschlaufe mit dem Empfängergerät oder mittels Kopfhörer konnten die feinen Töne verstärkt via Mikrofon wahrgenommen werden.

Die Blicke der Zuhörerschaft richteten sich ab und zu auf die schlicht dekorierten Tischreihen. Nebst einer filigranen Engelsfigur von Margrit Herger lag an jedem Platz ein grosser Grittibänz, der sicher noch am folgenden Tag den Hunger stillen konnte… In der Pause wurde der Kaffee geschätzt, der von unseren freiwilligen Helferinnen ausgeschenkt wurde.

Nun wurde der musikalische Bogen in die Adventszeit geschlagen. Bekannte Liedmelodien wie „Fang das Licht“ von Karel Gott oder z.B. „Leise rieselt der Schnee“ wurden mitgesungen oder mitgesummt. Der lange Applaus nach der musikalischen Darbietung liess das „phantastische“ Ehepaar noch zu einer Zugabe erweichen. Und auf dem Heimweg hat die eine oder andere Melodie in vielen sicher noch nachgeklungen.
Josef Mathis, Hagendorn